XXL-LKW Pro

Nach einer Prognose des Bundesverkehrsministeriums wird der LKW-Verkehr in Deutschland bis zum Jahr 2030 um weitere 39 Prozent steigen. Schon jetzt rollen unter der Woche sehr viele Lastwagen über die Autobahnen. Extra lange LKW sollen den Transport ökonomischer und ökologischer machen, doch nicht alle sind von der Idee begeistert. Seit das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Jahr 2012 einen Feldversuch zu den Chancen und Risiken der Gigaliner initiiert hat, steht das Thema in der öffentlichen Debatte immer mal wieder hoch im Kurs. Unternehmen, Verbände und Politik beziehen unterschiedliche Positionen. Jetzt haben sich auch NRW und Baden-Württemberg auf Drängen der Industrie zu einer Teilnahme am Feldversuch entschlossen. Die zwei Seiten der Medaille erläutern exemplarisch zwei Experten. Den Auftakt macht diese Woche Gunnar Uldall, Leiter des Hamburger Wirtschaftsrats der CDU und ehemaliger Präsident des Bundesverbandes Internationaler Express- und Kurierdienste e.V. (BIEK).

Gunnar Uldall, Präsident des Bundesverbandes Internationaler Express- und Kurierdienste e.V.

Nach einer Prognose des Bundesverkehrsministeriums wird der LKW-Verkehr in Deutschland bis zum Jahr 2030 um weitere 39 Prozent steigen. Schon jetzt rollen unter der Woche sehr viele Lastwagen über die Autobahnen. Extra lange LKW sollen den Transport ökonomischer und ökologischer machen, doch nicht alle sind von der Idee begeistert. Seit das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Jahr 2012 einen Feldversuch zu den Chancen und Risiken der Gigaliner initiiert hat, steht das Thema in der öffentlichen Debatte immer mal wieder hoch im Kurs. Unternehmen, Verbände und Politik beziehen unterschiedliche Positionen. Jetzt haben sich auch NRW und Baden-Württemberg auf Drängen der Industrie zu einer Teilnahme am Feldversuch entschlossen. Die zwei Seiten der Medaille erläutern exemplarisch zwei Experten. Den Auftakt macht diese Woche Gunnar Uldall, Leiter des Hamburger Wirtschaftsrats der CDU und ehemaliger Präsident des Bundesverbandes Internationaler Express- und Kurierdienste e.V. (BIEK).

Die Fakten liegen auf dem Tisch: Der Zuwachs des Verkehrs in den nächsten Jahren dürfte für die bestehende Verkehrsinfrastruktur kaum noch verkraftbar sein. Der Einsatz von Lang-LKW könnte die Lage erheblich verbessern. Denn Tests haben ergeben, dass drei Lastwagen normaler Größe durch zwei verlängerte Sattelzüge ersetzt werden können.

Zahlreiche Transportunternehmen haben sich deshalb in den vergangenen Jahren an dem Feldversuch der Bundesregierung beteiligt, in dem Fahrzeuge mit einer Länge bis maximal 25,25 Meter Länge zum Einsatz kommen. In zehn Bundesländern waren zunächst extralange Lastwagen auf 120 ausgewählten Teststrecken unterwegs. Nun haben mit NRW und Baden-Württemberg zwei weitere Bundesländer Teststrecken in ihrem Bundesgebiet für die Gigaliner freigegeben. Die Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums, diese Fahrzeuge im Alltag zu testen, finde ich als Leiter des Wirtschaftsrats der CDU nach wie vor begrüßenswert.

Die Gefahr, die Lang-LKWs würden die Autobahnen noch mehr verstopfen, ist aus meiner Sicht nicht gegeben, weil die Fahrzeuge nicht überholen dürfen. Zu Behinderungen auf den Straßen wird es nicht kommen, da die verlängerten Sattelzüge nur auf geeigneten Straßen zum Einsatz kommen. Die Sicherheit wird durch die Fahrzeuge nicht gefährdet. Dafür sorgen eine Reihe von Bedingungen und technischer Vorgaben. Der Zwischenbericht der Bundesanstalt für Straßenwesen, das den Feldversuch wissenschaftlich begleitet, weist zudem aus, dass der Einsatz von Lang-LKWs nicht zu einer Transportverlagerung von der Schiene auf die Straße führt. Und die Straßen nicht mehr abgenutzt werden als bei herkömmlichen Lastwagen.

Die Nutznießer sind nicht nur die Transportunternehmen, sondern alle Verkehrsteilnehmer, die von der Entlastung auf den Autobahnen profitieren werden. Hinzu kommt noch ein beachtlicher Beitrag zu einer geringeren Umweltbelastung. Die Einsparungen an Kraftstoff liegen zwischen 15 und 25 Prozent. Hieraus resultiert gleichzeitig eine deutliche Reduktion der Schadstoff- und CO2-Belastung. Das ist positiv für die ganze Branche. Wir können also nur hoffen, dass sich noch mehr Bundesländer dem Test anschließen und dafür sorgen, dass Lang-LKW bald wie selbstverständlich zum Straßenbild gehören. Denn sie erhöhen die Sicherheit auf den Straßen und verbessern die Situation der Umwelt – hoffentlich auch dann noch, wenn der Feldversuch Ende 2016 ausläuft.

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