Hermes Newsroom

Sicherer Versand altersbeschränkter Waren: Hermes AltersCheck: Jugendschutz an der Haustür

Ein Hermes Zusteller steht mit an einem Paket in der Hand an einer Haustür und klingelt (Foto: Hermes Germany / Willing-Holtz)

(Foto: Hermes Germany / Willing-Holtz)

Grand Theft Auto-Fans fiebern bereits dem Verkaufsstart von GTA 6 entgegen, der nach Verschiebungen für November 2026 angekündigt wurde. Ganz sicher werden einige das Spiel mit FSK 18-Einstufung für ihre Konsole als physische Box-Version im Internet bestellen. Online-Händler*innen, die Produkte mit Altersbeschränkung wie Alkohol, E-Zigaretten oder Spiele verschicken, können vom Hermes AltersCheck profitieren: Dabei wird das Geburtsdatum der Empfänger*innen bei der Paketübergabe geprüft. Jessica Michaels, Director Product Management, über die Vorteile des Services und dessen Zertifizierung durch die unabhängige Kommission für Jugendmedienschutz (KJM).

Wie läuft der Hermes AltersCheck in der Praxis ab?

Jessica Michaels: Wenn ein*e Händler*in diesen Zusatzservice bucht, übermittelt diese*r uns zusätzlich zum Namen und zur Adresse der Empfänger*innen auch die Geburtsdaten. Bei der Sendungsübergabe muss man seinen Ausweis vorzeigen. Der*Die Zusteller*in prüft Namen, Alter sowie Foto und gibt die Daten in den Handscanner ein. Dies erfolgt im Einklang mit der DSGVO. Nur wenn alles korrekt ist, lässt das Gerät die Zustellung zu. Erst danach folgt, wie gewohnt, die digitale Unterschrift.

Wann ist eine Altersverifikation sinnvoll oder notwendig?

Jessica Michaels: Online-Händler*innen sind verpflichtet, bereits während des Bestellprozesses eine Altersprüfung durchzuführen. Dies stellt aber nicht sicher, dass nicht doch Kinder oder Jugendliche, die etwa im gleichen Haushalt wohnen, das Paket in Empfang nehmen. Deshalb ist die Altersprüfung auch bei der Zustellung für bestimmte Produkte verpflichtend. Dazu gehören jugendgefährdende Medien wie bestimmte Computerspiele oder Filme, aber auch alkoholische Getränke, Tabak- und Nikotinprodukte oder E-Zigaretten samt Zubehör. In all diesen Fällen muss sichergestellt werden, dass Minderjährige keinen Zugang erhalten – und genau da greift der Hermes AltersCheck: Er schafft eine zusätzliche Sicherheitsebene. Der Hermes AltersCheck ist also grundsätzlich immer dann sinnvoll, wenn es um Produkte mit gesetzlicher Altersbeschränkung geht.

Welche Vorteile bietet der Check den Online-Händler*innen?

Jessica Michaels: Wer ihn bucht, minimiert das Risiko von Verstößen gegen den Jugendschutz zusätzlich. Der Hermes AltersCheck hilft Online-Händler*innen also, ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen und sicherzustellen, dass die Altersprüfung bei der Zustellung durchgeführt wird. Dabei lässt sich der Hermes AltersCheck leicht in die bestehenden Lieferprozesse integrieren. Gleichzeitig stärkt er das Vertrauen der Kund*innen: Wer sieht, dass ein Shop Verantwortung übernimmt und diesen Service nutzt, bewertet das oft positiv. Das ist nicht nur ein Schutz vor rechtlichen Konsequenzen, sondern auch ein Wettbewerbsvorteil. Und es ist ein beruhigendes Signal für die Empfänger*innen, dass Händler*innen sorgfältig mit sensiblen Produkten umgehen.

Das Verfahren hat sich in der Praxis bewährt

Wo liegen die Herausforderungen bei dem Prüfungsverfahren?

Jessica Michaels: Der entscheidende Vorteil des Checks ist gleichzeitig die größte Herausforderung: Die Sendung darf ausschließlich an eine bestimmte Person übergeben werden. Das macht die Zustellung weniger flexibel, denn es gibt keine Möglichkeit, das Paket in der Nachbarschaft abzugeben, an einem WunschAblageort zu hinterlegen oder von jemand anderem im Shop abholen zu lassen. Wenn die betreffende Person nicht da ist, wird ein erneuter Zustellversuch unternommen oder an einen Hermes PaketShop geliefert – dort wird dann alternativ die Altersprüfung durchgeführt. Und natürlich verursacht der Service Kosten. Manche Händler*innen sparen sich die Zusatzleistung und gehen damit ein Risiko ein. Denn wenn Minderjährige an für sie verbotene Produkte kommen, fällt das auch auf die Verkäufer*innen zurück, die sich dann nicht an die bestehenden gesetzlichen Verpflichtungen halten.

Wie ist das Feedback an der Haustür bislang – stößt die Kontrolle eher auf Verständnis oder auf Ärger?

Jessica Michaels: Die Erfahrungen sind überwiegend positiv. Viele begrüßen, dass Hermes Germany Verantwortung für den Jugendschutz übernimmt und schätzen auch die persönliche Übergabe. Wichtig ist, dass die Kundschaft rechtzeitig informiert wird. Darum weisen sowohl die Händler*innen im Bestellprozess als auch Hermes Germany selbst in der Paketankündigung darauf hin, dass ein gültiges Ausweisdokument (Personalausweis oder Reisepass) bereitzuhalten ist. Wichtig ist mir hier auch der Hinweis: Unsere Zusteller*innen sind natürlich keine Polizeibeamt*innen mit Spezialausbildung und der entsprechenden technischen Ausrüstung zur Erkennung von professionellen Fälschungen. Absolute Sicherheit gegenüber krimineller Energie kann es nicht geben, doch in der Praxis hat sich das Verfahren sehr gut bewährt und funktioniert sehr zuverlässig.

Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat den Hermes AltersCheck bereits vergangenes Jahr als wirksam verifiziert. Warum ist das ein wichtiges Signal?

Jessica Michaels: Die KJM ist die zentrale Aufsichtsbehörde für Jugendschutz in Deutschland – im Rundfunk ebenso wie im Internet. Sie prüft auch Systeme zur Altersverifikation auf ihre Wirksamkeit. Dass unser Verfahren positiv bewertet wurde, macht deutlich: Der Hermes AltersCheck erfüllt die gesetzlichen Anforderungen, insbesondere im Bereich der persönlichen „Face-to-Face“-Kontrolle. Die Zertifizierung erfolgte unabhängig und bestätigt, dass unser Service hält, was er verspricht. Für Online-Händler*innen ist das ein wichtiges Argument: Sie können sich auf ein offiziell anerkanntes Verfahren verlassen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Weiterlesen
Zur Startseite
Die mobile Version verlassen