Black Friday 30 Prozent mehr Pakete am Black Friday erwartet

Am heutigen „Black Friday" boomt der Onlinehandel. Für Paketdienstleister wie Hermes bedeutet das in Kombination mit dem Weihnachtsgeschäft: Ausnahmezustand! Wir sprachen mit einem Experten über Rabatte, Ressourcenplanung und Respekt für die Logistikdienstleistung.

(Foto: Hermes)

Nachdem am 11. November bereits der Singles‘ Day in China neue Rekorde aufgestellt hat, zieht am heutigen Freitag in der westlichen Hemisphäre nun der „Black Friday“ nach. Zahlreiche Online- und Stationärhändler locken mit satten Rabatten, erwartet wird ein Run auf die Geschäfte und Onlineshops. Was das für die Paketlogistik bedeutet, weiß Andreas Schuchardt, Division Manager Operations bei Hermes Germany.

Herr Schuchardt, heute ist „Black Friday“ – und viele Onlineshops in Deutschland machen mit bei der Rabattschlacht. Was bedeutet das für Sie in der Logistik?

Andreas Schuchardt: Die Kombination aus einem bereits stark anlaufenden Weihnachtsgeschäft und werbewirksam inszenierten Verkaufstagen wie dem Black Friday bedeutet für uns und unsere Mitarbeiter natürlich den Ausnahmezustand.

Andreas Schuchardt

Vor Weihnachten werden wir teils deutlich über 2 Millionen Pakete pro Tag an Kunden in Deutschland zustellen. Wir verzeichnen dementsprechend schon jetzt einen sehr hohe Auslastung in allen Prozessabschnitten, d.h. wir müssen Ressourcen wie z.B. Personal und Fahrzeuge extrem genau und möglichst vorausschauend planen. Für Aktionstage wie den Black Friday gilt das natürlich in besonderer Art und Weise. Hinzu kommt, dass wir trotz der hohen Mengen den Ansprüchen unserer Auftraggeber und Kunden auch weiterhin entsprechen möchten. Dazu zählt einerseits eine rechtzeitige Zustellung, aber eben auch eine möglichst hohe Zustellqualität. Das alles erreichen wir, indem wir uns eng mit unseren Auftraggebern und Servicepartnern abstimmen.

Wie viel mehr Menge erwarten Sie am „Black Friday“?

Andreas Schuchardt: Die Auswirkungen werden wir erst in den kommenden Tagen voll zu spüren bekommen. Wir gehen aber davon aus, dass wir durch den Black Friday in der Spitze rund 30 Prozent mehr Menge als an anderen Tagen in der Vorweihnachtszeit transportieren werden.

Entscheidend ist die genaue Planung

Treffen Sie besondere Vorkehrungen, z.B. mehr Personal oder längere Schichten?

Andreas Schuchardt: Die Vorkehrungen für den „Black Friday“ entsprechen denen, die wir generell im Weihnachtsgeschäft treffen, um die regional teils sehr unterschiedliche Auslastung zu bewerkstelligen. Sprich: Personal- und Transportkapazitäten haben wir ohnehin schon erhöht, das kommt uns hier zugute. Mit unseren Servicepartnern, aber auch mit den Händlern, die am „Black Friday“ teilnehmen, stehen wir außerdem in permanentem Austausch, um eine möglichst genaue Planung vornehmen zu können.

Der „Black Friday“ markiert offiziell den Start des Weihnachtsgeschäfts. Allerdings hat Hermes schon seit dem Sommer extrem hohe Mengen auf den Fahrzeugen. Bekommen Sie so einen Aktionstag überhaupt gewuppt?

Andreas Schuchardt: Als Logistikdienstleister und Partner des Handels ist das unser Job! Es gehört schlichtweg zu unserem Tagesgeschäft, Mengenschwankungen, die es das gesamte Jahr über gibt, zu managen. Insofern sage ich: Ja! Wir schaffen das. Wenn ich mir in diesem Zusammenhang allerdings etwas wünschen darf, dann ist es, dafür im Markt und bei den Kunden eine gewisse Wertschätzung zu erfahren. Schließlich geben insbesondere die Mitarbeiter in unseren Logistik-Centern und die bis zu 14.000 Zusteller da draußen alles, um die zusätzlichen Pakete schnell und zuverlässig zuzustellen. Ich finde, das verdient Respekt.

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