50 Jahre Hermes Jubiläums-Interview: „Wir hatten 2.000 Sendungen am Tag – das machen wir heute in einer halben Stunde“

Ein halbes Jahrhundert Geschichte ist eine lange Zeit – ohne seine Mitarbeiter*innen könnte Hermes diesen Geburtstag nicht feiern. Deshalb haben wir mit Kolleg*innen gesprochen, die gemeinsam 50 Jahre Hermes Erfahrung haben. Ein Interview mit Gruppenleiterin Kerstin Richter aus Leipzig und Sonja Hein-Johann, Managerin Last Mile im Depot Olpe.

(Foto: Hermes)

Sonja und Kerstin, ihr seid beide 25 Jahre bei Hermes. Wann habt ihr denn 1997 angefangen? Also wer von euch ist „länger“ da?

Kerstin Richter: Ich habe damals im November angefangen. Vorher habe ich als Köchin in Halle an der Saale in einem Hotel gearbeitet. Das hat dann nach dem Babyjahr mit Kind nicht mehr gepasst und ich habe mir etwas Neues gesucht. Über meinen Mann, der bei Hermes Kundenbetreuer war – und jetzt im Hofmanagement ist – kam ich dann zu Hermes ins Lager in Halle. Vor drei Jahren ging es für mich nach Kabelsketal in der Area Leipzig. Jetzt bin hier Gruppenleiterin.

Sonja Hein-Johann: Dann bist du wahrscheinlich ein paar Wochen länger da – ich habe im Dezember 1997 angefangen. Aber lustigerweise gibt es noch eine Parallele, denn ich habe unter anderem eine Ausbildung als Hotelkauffrau und auch im Hotel gearbeitet, bevor ich zu Hermes kam. Da habe ich als Kundenbetreuerin angefangen, wurde 2004 „Teamleiterin Unternehmerbetreuung“ und als es die Position nicht mehr gab, wurde ich 2018 Managerin Last Mile. Olpe bin ich aber immer treu geblieben.

Sonja Hein-Johann und Kerstin Richter beim Interview via Videocall (Foto: Hermes)

Vor 25 Jahren mitten in der Peak-Season eingestiegen

Euch trennen von West nach Ost rund 450 Kilometer – trotzdem teilt ihr die Erinnerung an euer Startjahr 1997. Ihr seid beide zur Peak-Season eingestiegen. Wie war das damals?

Sonja Hein-Johann: Stimmt, ich bin damals mitten ins Weihnachtsgeschäft reingeplatzt. Ich weiß noch, dass ich als Kundebetreuerin direkt ins kalte Wasser geworfen wurde. Es lag viel Schnee, wir hatten keine Navis und ich bin mit der Straßenkarte unterwegs gewesen, als ich meine ersten Pakete ausgefahren habe.

Kerstin Richter: Ich erinnere mich vor allem an die damaligen Sendungsmengen – da fällt einem schon der enorme Unterschied zu heute auf. Wir hatten damals rund 2.000 Sendungen am Tag, im Peak, als ich 1997 auch angefangen habe, vielleicht mal 5.000. Das sind so Größenordnungen, von denen wir heute sagen: Gut, das machen wir in einer halben Stunde. Und natürlich hat sich auch im Lager so einiges getan: Da gab es damals ein Förderband über die ganze Länge von hinten bis vorn und das war es. Mit den Sortieranlagen heute kann man das gar nicht vergleichen.

PaketShop-Akquise: „Das war damals noch ganz unbekannt“

Was waren denn für euch Meilensteine in eurer Zeit bei Hermes? Also Momente, in denen sich für euch etwas geändert hat oder in denen ihr bei einer Veränderung im Unternehmen dabei wart?

Kerstin Richter (Foto: Hermes)

Kerstin Richter: Für mich war das definitiv der Umzug aus Halle in die Area Leipzig im Jahr 2019. Da dachte man, man ist ja schon mehr als 20 Jahre bei Hermes und kennt alles, aber dann war wieder alles neu: die Aufgaben, die Kollegen, die Anforderungen. Aber es war auch eine tolle Herausforderung und für mich die Chance, Gruppenleiterin zu werden. In der Zeit habe ich auch eine andere Ära beendet: Ich habe 23 Jahre in Nachtschicht gearbeitet und bin nun nur noch in der Früh- und Spätschicht.

Sonja Hein-Johann: Ich erinnere mich da an die Anfänge der PaketShops, die ja heutzutage ein riesiges Erfolgsmodell sind. 2003 bin ich schwanger geworden und durfte dann keine schweren Pakete mehr tragen. In der Zeit bis zum Mutterschutz habe ich deshalb bei der Suche nach PaketShops unterstützt. Ich bin herumgefahren und habe die Leute gefragt, ob sie nicht mitmachen wollen. Das war gar nicht so leicht damals, da das Konzept ja noch recht unbekannt war und die meisten so etwas ganz Neues nicht machen wollten. Schon verrückt, wenn man sich vorstellt, wie klein das damals war – und heute haben wir das größte bundesweite Netz mit mehr als 16.000 PaketShops.

„Die Umstellung auf E-Autos ist gerade das ganz große Thema“

Schwenken wir mal um auf das Jubiläumsjahr 2022: Habt ihr heute denn auch mit den ganz aktuellen Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung zu tun?

Sonja Hein-Johann (Foto: Hermes)

Sonja Hein-Johann: Das ist gerade ein großes Thema – sowohl bei uns selbst als auch bei unseren Servicepartnern, die wir eng bei der Auf- und Umrüstung unterstützen. Ich coache die Vertragspartner und stehe für ihre Fragen zur Verfügung. Da ist bei vielen die Umstellung auf E-Autos ganz aktuell.

Kerstin Richter: In der Halle haben wir damit jetzt nicht so viele Berührungspunkte, aber dafür merkt man an allen Ecken und Enden, dass ohne digitale Lösungen gar nichts mehr geht: Die Sortieranlagen werden alle über den PC gesteuert. Wenn der ausfallen würde, steht die ganze Halle still.

Sonja Hein-Johann: Den Unternehmern stehen inzwischen auch viel mehr Tools zur Verfügung, die ihnen helfen, zeitsparender und produktiver zu arbeiten. Wie zum Beispiel das digitale Disponieren der Zustelltouren oder ein Dashboard, das größtmögliche Transparenz über die Abläufe im Betrieb gibt. Ich finde es beeindruckend, wie wahnsinnig viel sich in Sachen Digitalisierung allein in den vergangenen zwei Jahren bei Hermes getan hat – und die Entwicklung geht immer weiter.

Vielen Dank für das Gespräch!


50 Jahre Hermes (Grafik: Hermes)

Weitere Informationen und Hintergründe rund um das 50-jährige Jubiläum von Hermes gibt es auf der Fokusseite „50 Jahre Hermes“ hier im Newsroom.

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