Digitalisierung HERNAV: Hermes mit neuer Navigationslösung unterwegs

Mehr Effizienz, weniger CO2-Emissionen und eine wichtige Unterstützung für Zusteller*innen – bereits seit Mai 2018 setzt Hermes Germany auf die intelligente Tourenoptimierung. Seitdem hat das Unternehmen viele wichtige Erkenntnisse gewonnen und geht nun den nächsten Schritt – mit der neu entwickelten Navigationslösung HERNAV.

Hermes Zusteller mit Paket und Scanner (Foto: Hermes)

Eine weitere Erleichterung im Arbeitsalltag: Seit September sind Hermes Zusteller*innen nicht mehr mit Tablet und Scanner unterwegs, sondern haben alles, was sie für die Zustellung benötigen, auf einem Gerät. Die neu entwickelte HERNAV-App wurde erfolgreich in die Scanner integriert und löst damit die bisher genutzte Anwendung NUNAV ab – die auf dem Tablet lief.

Alexander Reddehase

Die Entwicklung war ein großes Gemeinschaftsprojekt, in das viele Teams und Kolleg*innen eingebunden waren, erzählen die Koordinatoren des Projekts, Alexander Reddehase (Head of Last Mile Development) und Fabian Schwier (Product Manager Last Mile). Die Entscheidung war dabei ganz klar eine Entscheidung für eine Inhouse-Lösung und nicht gegen NUNAV: „In den vergangenen Jahren haben wir mit der Anwendung des Software-Entwicklers Graphmasters sehr gute Erfahrungen gemacht und konnten einen Quantensprung meistern, was die effiziente Zustellung betrifft“, sagt Alexander Reddehase. „Nun war es aber eine strategische Entscheidung für erstens eine eigene Lösung, die es den Zusteller*innen zweitens ermöglicht, nur noch mit einem Gerät unterwegs zu sein“, ergänzt Fabian Schwier. In der Fläche kommt das gut an: „Die Akzeptanz der Zusteller*innen ist aus meiner Sicht gut, die Areas und auch unsere Vertragspartner*innen werden durch den Wegfall der Tablets administrativ stark entlastet“, sagt zudem Reinhard Adam (Area Manager in Nürnberg).

Fabian Schwier

Reddehase und Schwier sind froh, dass HERNAV nun seit September von allen Hermes Zusteller*innen genutzt werden kann: „Es war ein langer Weg, denn sowas geht ja nicht von heute auf morgen, und es war – im übertragenen Sinne – mit viel Schweiß und Tränen verbunden“, berichtet Alexander Reddehase offen. „Aber das war es wert, denn aufbauend auf der vorhandenen, guten Lösung wollten wir etwas schaffen, was uns nochmal ein gutes Stück weiterbringt.“ Bei der Entwicklung ist das Team sehr iterativ vorgegangen: „Es war uns wichtig, schnell erste Dinge auf die Straße zu bringen. Zunächst gab es nur eine Karte mit Stopps für 100 von bundesweit über 10.500 Zusteller*innen“, sagt Fabian Schwier. Dann sammelten sie das Feedback der „Pilot-Zusteller*innen“ ein und entwickelten HERNAV mit diesem Input weiter – im Hinblick auf vermeintlich kleine Details genauso wie auf ganz zentrale Funktionen. „Es gab zum Beispiel die Rückmeldung, ob man den Standort von Fahrer*innen mit einem kleinen Auto darstellen kann oder Ideen, die Farbgestaltung für eine bessere Übersichtlichkeit zu verändern“, erläutert Fabian Schwier. Und insbesondere die Sprachausgabe und die Ausgabe aller Textbestandteile in acht Sprachen nehmen mögliche Barrieren weg und unterstützen Zusteller*innen im Arbeitsalltag.

Praxisnähe und enge Kooperation als Schlüssel zum Erfolg

Reinhard Adam

„Ich finde es großartig, in einem Team zu sein, das durch die Entwicklung neuer Tools für so viele Kolleg*innen da draußen die alltägliche Arbeit erleichtert.“, sagt Fabian Schwier. Sein Fokus liegt dabei ganz klar darauf, etwas Praxisnahes zu entwickeln, was die Kolleg*innen vor Ort wirklich brauchen können – nicht, was man sich allein in der Zentrale ausgedacht hat. Deshalb hatte sowohl die Einbindung der Zusteller*innen, als auch die Kooperation mit den Areas beim Projekt HERNAV von Anfang an einen extrem hohen Stellenwert. Einer der vielen Kollegen aus der Fläche, der involviert war, ist Area Manager Reinhard Adam. Er bestätigt: „Die Umstellung war für die Areas von enormer Bedeutung. Insofern war es wichtig, sie hier frühzeitig mit einzubinden, was hervorragend funktioniert hat. So konnten wir aktiv aus den Pilotstandorten an der Weiterentwicklung mitarbeiten und letztendlich den doch sportlichen Rolloutplan einhalten.“ Auch Alexander Reddehase sieht in der Kooperation zwischen Zentrale und Fläche einen Vorbildcharakter des Projekts. „Ich glaube, es war einer der Schlüssel zum Erfolg, dass wir offen, ehrlich und transparent über den Status des Projekts informiert haben. Da hat uns die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur, die ja stark auf diese Aspekte abzielt, geholfen.“

HERNAV: Schritt für Schritt in den Rollout

Auch ein „wissenschaftlicher Test“ hat zu Akzeptanz und Vertrauen in den Areas beigetragen: „Wir haben ein Experiment an der Zustellbasis in Dresden gemacht mit einer Testgruppe mit HERNAV und einer Kontrollgruppe mit altem System“, erklärt Fabian Schwier. „Es zeigte sich, dass die Umstellung auf die neue Lösung ohne Produktivitätsverluste möglich ist. Für die Areas war dieses greifbare Ergebnis essenziell, um etwaige Risiken für Produktivität und Kosten unserer Letzten Meile einzuordnen und den ambitionierten Zeitplan zur Umstellung auf die neue Lösung zu unterstützen.“

Marco Schlüter

Im Juni 2022 war es schließlich soweit: Alle Fahrer*innen erhielten die Möglichkeit, HERNAV zu nutzen, erstmal abgesichert durch NUNAV, was parallel noch nutzbar war. Im August fiel der doppelte Boden weg und alle Tablets wurden von den Area Manager*innen und Depotleiter*innen eingesammelt, laut Reddehase „ein organisatorischer Kraftakt und eine Top-Leistung.“ Seit September setzt Hermes Germany nun endgültig auf die neue Software HERNAV, in der unter anderem Leistungen von HERE Technologies und GraphHopper zum Einsatz kommen. Hermes Zusteller*innen haben damit alles, was sie für die Zustellung benötigen, auf einem Gerät verfügbar. Auch bei der neuen Lösung steht für Hermes Germany weiterhin im Fokus, durch schlaue Vorschläge für die Stoppreihenfolge, optimale Routen und eine intelligente Navigation Touren möglichst effizient – und damit auch nachhaltiger – zu gestalten. Und sie bietet Potenzial für mehr: „Wir haben in der engen und sehr guten Zusammenarbeit mit Graphmasters viele wertvolle Erkenntnisse sammeln und wichtige Schritte im Hinblick auf die Digitalisierung der Letzten Meile machen können. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich bedanken! Im Sinne unserer One-Device-Strategie geht es nun vor allem für uns darum, dass wir die intelligente Tourenplanung noch mehr auf unsere komplexen Anforderungen und unsere Zustellkonzepte zuschneiden können. Mit HERNAV haben wir nun unsere Plattform für wichtige weitere Entwicklungspotenziale geschaffen“, betont Marco Schlüter (COO von Hermes Germany).

Neue Chancen – ob für Lastenräder oder Zu-Fuß-Navigation

Die Eigenentwicklung der Anwendung eröffnet für Hermes Germany neue Chancen, unter anderem im Bereich der Lastenrad-Zustellung. Dort hat HERNAV schon jetzt eine große Erleichterung gebracht: Wo vorher das Arbeiten mit NUNAV-Tablet und Hermes Scanner unpraktikabel oder schlichtweg nicht möglich war, können die Cargobike-Zusteller*innen nun den Handscanner am Lenker montieren und so auch die Navigation nutzen.

Die eigene Lösung ermöglicht zudem eine gute Nachvollziehbarkeit, welche Funktion der Anwendung wie genau im Zustellalltag genutzt wird – das hat große Auswirkungen auf die Verbesserungsmöglichkeiten. Fabian Schwier sagt: „Man kann sich jetzt einfach alles fragen: Macht zum Beispiel eine Navigation für die Zu-Fuß-Zustellung Sinn? Keine Ahnung! Aber wenn wir herausfinden, dass es Sinn macht, KÖNNEN wir es machen!“

Die Geschichte wird also noch weitergeschrieben. Dass die erfolgreiche Implementierung reibungslos geklappt hat, freut nicht nur Reddehase und Schwier. Reinhard Adams Fazit: „Für mich ist es ein Meilenstein, den wir gemeinsam erreicht haben.“ Auch der Name kommt übrigens da her, wo HERNAV genutzt wird: aus den Areas. Alexander Reddehase sagt: „Wir haben nach Vorschlägen für die neue Navigations-App gefragt und aus einer Region kam der Vorschlag zur HERmes NAVigation.“

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