„Immobilien sind Statements – auch in der Logistik“

Die 1974 gegründete Brüninghoff GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in NRW und auch einer Niederlassung in Hamburg gehört zu den führenden Hallenbau-Spezialisten in Deutschland. Entwickelt, produziert und gebaut wird, was öffentliche oder private Auftraggeber benötigen. Das Spektrum reicht von der modernen Logistik- oder Lagerhalle über das Bürogebäude bis hin zu Kindertagesstätten oder Sport- und Freizeitanlagen. Ein Gespräch mit Brüninghoff-Geschäftsführer Frank Steffens über das Image der Logistik – und was Immobilien zu diesem beitragen.

Der Hauptsitz der Brüninghoff GmbH & Co. KG in Heiden.

Die 1974 gegründete Brüninghoff GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in NRW und auch einer Niederlassung in Hamburg gehört zu den führenden Hallenbau-Spezialisten in Deutschland. Entwickelt, produziert und gebaut wird, was öffentliche oder private Auftraggeber benötigen. Das Spektrum reicht von der modernen Logistik- oder Lagerhalle über das Bürogebäude bis hin zu Kindertagesstätten oder Sport- und Freizeitanlagen. Ein Gespräch mit Brüninghoff-Geschäftsführer Frank Steffens über das Image der Logistik – und was Immobilien zu diesem beitragen.

Lastwagen, Schiffe, Flugzeuge: Logistik bewegt, insbesondere wenn die Branche sich selbst beschreibt. Immobilien spielen in der Außendarstellung nur eine untergeordnete Rolle. Warum?

Frank Steffens: Weil offensichtlich die Chancen nicht erkannt werden, Immobilien für die Darstellung der eigenen Identität und Unternehmenskultur öffentlichkeitswirksam zu nutzen. Und das ist bedauerlich, insbesondere wenn man an das Thema Nachhaltigkeit denkt. Denn ein moderner, möglichst umweltfreundlicher Fuhrpark ist doch nicht der einzige Aspekt, über den Logistiker Verantwortung dokumentieren können. Vielmehr ist allein schon die Optik einer beispielsweise in Hybrid-Bauweise errichteten Umschlaghalle ebenfalls ein eindeutiges Statement für ökologisches Bewusstsein und gute Nachbarschaft.

Das dann wie aussieht? 

Frank Steffens: Sympathisch. Fassaden müssen ja nicht mit Stahl und Beton verkleidet werden. Das geht auch  mit alternativen Materialien, z.B. Holz. Das lässt sich übrigens auch in hybriden Tragwerkkonstruktionen, beispielsweise in Kombination mit Stahl oder Beton, sowie im Innenausbau verwenden. Insbesondere in Bezug auf die CO2-Bilanz sowie den Primärenergie-Haushalt sind die Auswirkungen definitiv positiv, da Holz ein natürlich nachwachsender Rohstoff ist.

Lässt sich das konkret belegen?      

Frank Steffens: Angenommen, wir sollen eine 10.000qm große Logistikimmobilie bauen und setzen alternativ zu Beton und Stahl im Tragwerk und bei den Außenwänden auf Holz, spart das Unternehmen 157 Tonnen CO2 ein. Zum Vergleich: So viel emittiert ein 40-Tonnen-Lkw, wenn er voll beladen 269-mal von Hamburg nach München fährt.    

Chance für einen Perspektivwechsel

Aber mit Holz zu bauen, ist natürlich auch teurer.    

Frank Steffens: Noch. Denn wie in jedem anderen Markt kann es auch hier ohne eine wirkliche Nachfrage keine konkurrenzfähige Preisentwicklung im Vergleich zu anderen Baustoffen geben. Zudem gibt es aufgrund der Kostensensibilität und dem Festhalten an Bewährtem, das viele Logistiker auszeichnet, auch eine große Lobby pro Beton und Stahl. Aber die Chance für einen Perspektivwechsel ist da.

Was stimmt Sie da so optimistisch?   

Frank Steffens: Nicht zuletzt im Zuge des boomenden E-Commerce gewinnt die Logistik weiter an Bedeutung, wächst und braucht immer mehr Flächen. Ansprechpartner sind hier Städte und Gemeinden, doch diese müssen immer stärker auch Rücksicht auf Bürgerinteressen nehmen. Die harmonische Integration in die bestehende Infrastruktur durch Flächenoptimierungspläne wird neben weitgehender Verkehrs- und Lärmvermeidung also zu einem wichtigen Faktor bei der Ansiedlung logistischer Betriebe.      

Ist der Nachholbedarf an imagefördernden Gewerbeimmobilien in Deutschland größer als bei unseren europäischen Nachbarn?

Frank Steffens: Sicherlich nicht generell. Aber in der Schweiz und Österreich werden schon seit Jahren klimaneutrale Logistikhallen mit dem Primärmaterial Holz realisiert. Und das durchaus in Übereinstimmung mit brandschutztechnischen Vorgaben, die hierzulande oft als Argumentationshilfe gegen den Einsatz von Holz herhalten müssen. In den Alpenländern ist Holz ein durch die Landesbauordnungen zugelassener Baustoff. Das wirkt sich in der Praxis sichtbar aus, da Aspekte wie Landschaft und Natur viel stärker bereits in der Planung aufgegriffen und durch eine größere Flexibilität beim Baustoff-Einsatz berücksichtigt werden. Da gibt es ein paar sehr schöne Beispiele, wie man über die selbstbewusste Gestaltung einer Logistikimmobilie eine Aussage über das gesamte Unternehmen statuiert. Und die wirkt überzeugender als irgendwelche bunten Imagekampagnen. 

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