Tag der Logistik: Alles in Bewegung – Zahlen und Fakten zur Paketlogistik

(Foto: Hermes Germany / Willing-Holtz)
Pakete, Päckchen und Paletten sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Jeden Tag rollen zahlreiche Sendungen mit frisch bestellten Kleidungsstücken, dringend benötigten Ersatzteilen oder Hundefutter durch Verteilzentren, Depots und Straßen. Dabei ist Logistik viel mehr als der bloße Transport von A nach B. Hinter jeder Lieferung steht eine komplexe Kette aus Technologie, Organisation und menschlicher Leistung – und das meist unter enormem Zeitdruck. Die Anforderungen an Zustellung und Service wachsen stetig: Kund*innen wollen Flexibilität, Transparenz und Nachhaltigkeit. Mit viel Einsatz und Leidenschaft arbeitet die Branche daran, diese Bedarfe zu erfüllen. Milliarden Sendungen, Millionen Arbeitsplätze, tausende Kilometer Straßen und Schienen – im Folgenden haben wir Zahlen und Fakten rund um die Paketlogistik zusammengestellt.
Ein Einblick in die Welt der Paketlogistik – in Zahlen und Fakten
Ganz schön viel auszupacken: 4,29 Milliarden Pakete wurden in Deutschland im Jahr 2024 ausgeliefert, 2,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Rein rechnerisch erhält also jeder Deutsche jährlich gut 50 Pakete. Laut KEP-Studie 2025 des Bundesverbands Paket- und Expresslogistik (BPEX) wird die Sendungsmenge 2030 voraussichtlich die 5-Milliarden-Grenze knacken. Treiber des Wachstums sind Bestellungen im Internet und Sendungen, die von Privatpersonen verschickt werden. Das B2B-Volumen – also Pakete, die von Unternehmen zu Unternehmen versandt werden – geht in wirtschaftlich schwächeren Zeiten zurück. Der Paketmarkt wirkt so als Spiegelbild der Gesamtwirtschaft: Jede Schwankung in Produktion, Handel oder Konsum wirkt sich direkt auf die Menge aus, die täglich durchs Logistiknetz fließt.


Return to sender: Die Deutschen schicken so viele Lieferungen zurück wie noch nie – mehr als eine halbe Million waren es 2025. Das ist fast jedes vierte im Internet bestellte Paket. Am häufigsten werden Modeartikel retourniert; mehr als 90 Prozent der Rücksendungen sind Jacken, Hosen, Schuhe, Pullover und Ähnliches. Größenunsicherheiten, unterschiedliche Passformen oder der Wunsch, mehrere Varianten zur Auswahl zu bestellen, treiben die Zahlen nach oben. Sehr viel seltener gehen Elektronik- oder Wohnartikel zurück an den Versender. Die Branche versucht, die Rücktransporte so ressourcenschonend wie möglich zu organisieren – etwa durch Bündelung von Rücksendungen, intelligente Routenplanung oder die direkte Wiedereinspeisung in regionale Warenströme.
Und wo sind die alle unterwegs? Damit Pakete, Päckchen und Waren aller Art zuverlässig ihr Ziel erreichen, ist ein dichtes Verkehrsnetz unverzichtbar. In Deutschland bilden 13.000 Kilometer Autobahnen und rund 39.000 Kilometer Schienenstrecken die Basis für Logistik und Transport. Über diese Infrastruktur werden täglich Millionen Sendungen bewegt – vom Standardpaket bis zur schweren Fracht. Besonders beeindruckend ist die Entwicklung im Eisenbahngüterverkehr: Seit 1994 hat die Verkehrsleistung hier um mehr als 90 Prozent zugenommen.
Paketzustellung wird nachhaltiger: In den vergangenen Jahren wurden deutliche Fortschritte beim Klimaschutz erreicht. So konnten die CO2-Emissionen seit 2016 pro Lieferung um 22 Prozent reduziert werden. Während das Sendungsvolumen in diesem Zeitraum um mehr als ein Drittel gestiegen ist, konnte der Transportaufwand – gemessen in Fahrzeugkilometern – um ein Fünftel gesenkt werden. Es werden also deutlich mehr Päckchen und Pakete transportiert, doch jede einzelne Zustellung verursacht im Durchschnitt spürbar weniger Emissionen als noch vor wenigen Jahren. Dahinter stehen optimierte Tourenplanung, besser ausgelastete Fahrzeuge oder der Ausbau von Mikro-Depots in Städten. Ein zusätzlicher Hebel: Das durchschnittliche Paketgewicht nimmt kontinuierlich ab und liegt derzeit bei 4,6 Kilogramm; nur 2,5 bis 3,5 Prozent der Sendungen wiegen mehr als 20 Kilogramm. Das senkt den Kraftstoffverbrauch und verbessert die CO2-Bilanz weiter.
Elektrifizierungsbooster: Mehr als jeder fünfte im KEP-Markt eingesetzte Lieferwagen ist ein E-Fahrzeug (Stand: Mai 2025). Damit ist die Branche Vorreiter – insgesamt sind gerade mal 2,6 Prozent aller Kraftfahrzeuge in Deutschland E-Autos. Besonders die „Letzte Meile“ bietet enormes Potential für den Ausbau der E-Mobility. Mit seinem 80-Innenstädte-Projekt zeigt Hermes Germany, wie’s geht: Zum März 2026 erreichte der Paketdienstleister sein Ziel, in den Innenstadtbereichen von 80 deutschen Städten lokal CO2-frei zuzustellen. In den „Leuchtturmstädten“ Hamburg, München und Hannover werden Päckchen und Pakete sogar im gesamten Stadtgebiet elektrisch geliefert. Und Hermes Germany hat noch mehr vor: Bis spätestens zum Geschäftsjahresende 2031 sollen 85 Prozent der gesamten Zustellflotte elektrisch betrieben werden.


Shop & Co. als beliebte Anlaufstelle: Die „Out-of-Home“-Zustellung hat sich zu einer tragenden Säule moderner Logistik entwickelt. Jede siebte Sendung wird inzwischen von den Empfänger*innen an einem Shop oder einem Automaten angeholt. Was für Kund*innen mehr Flexibilität bedeutet, erhöht zugleich die Effizienz im Zustellprozess: Statt viele einzelne Haustüren anzufahren, können Zusteller*innen mehrere Sendungen gebündelt an zentralen Punkten hinterlegen. Mit über 17.000 Filialen, etwa an Kiosken, Tankstellen oder Supermärkten, gehört das PaketShop-Netz von Hermes Germany zu den leistungsstärksten in Deutschland.
Joblieferant: Rund 266.000 Menschen arbeiten in der Kurier-, Express- und Paketbranche (KEP) – das entspricht etwa 1,3 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland (Stand: 2024). Das Wirtschaftsfeld konnte in den letzten zehn Jahren ein deutliches Beschäftigungswachstum verzeichnen: Seit 2014 wurden mehr als 63.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Blickt man über die KEP-Branche hinaus und berücksichtigt angrenzende Bereiche wie Transport, Lagerhaltung und Fracht, so zeigt sich: Der gesamte deutsche Logistiksektor beschäftigt mittlerweile etwa 3,3 Millionen Menschen. Darin sind Jobs über alle Qualifikationsstufen hinweg enthalten – von der Lagerfachkraft über Zusteller*innen bis hin zu IT- und Management-Positionen.
Zum Abschluss noch eine Reise in eine andere Welt: Die Lieferung mit der extremsten Logistik passiert rund 400 Kilometer über unseren Köpfen. Postadresse: Internationale Raumstation (ISS), Weltall 1. Nur ein paar Mal im Jahr schicken Unternehmen wie SpaceX, Northrop Grumman oder die russische Roskosmos unbemannte Frachtmodule los, mit Lebensmittel, Ersatzteilen und wissenschaftlichen Instrumenten. Die tonnenschwere Ladung ist präzise verpackt, grammweise berechnet, jede einzelne Schraube mit Barcode katalogisiert. Die Kapseln müssen punktgenau starten und erreichen ein Tempo von 28.000 Stundenkilometern; bei der ISS werden sie per Roboterarm eingefangen. Eine navigatorische Meisterleistung zu wahren Mondpreisen: Die Kosten pro Kilogramm Fracht liegen bei mehreren zehntausend Euro.