Hanseatic Help Hamburgs Leuchtturmprojekt feiert Geburtstag

Im August 2015 wurde mit der Kleiderkammer in den Hamburger Messehallen ein deutschlandweit einzigartiges Hilfsprojekt für Flüchtlinge aus der Taufe gehoben - ehrenamtlich, organisiert von Privatpersonen. Ein Jahr später zieht Arnd Boekhoff, Vorstand Hanseatic Help e.V., eine erste Bilanz.

Infoaufsteller von Hanseatic Help e.V.: Der Verein ist aus dem Flüchtlingsprojekt in den Hamburger Messehallen entstanden. (Foto: Hermes)

Kolumne von Arnd Boekhoff, Vorstand Hanseatic Help e.V.

Seitdem im vergangenen Jahr tausende Geflüchtete nach Hamburg gekommen sind, unterstützen tausende Hamburgerinnen und Hamburger die zu uns gekommenen Menschen mit großem Engagement. Vor fast einem Jahr entstand inmitten Hamburgs ein besonderes Leuchtturmprojekt, das Hermes und seine Mitarbeiter vom ersten Tag an unterstützt haben: die Kleiderkammer Messehallen.

Bereits im Oktober 2015 hat eine Kerngruppe von 32 Helfern den Verein Hanseatic Help e.V. gegründet, um das begonnene Engagement für hilfsbedürftige Menschen langfristig zu sichern. Dabei will Hermes den Hamburger Verein mit einer Spende von 10.000 EUR unterstützen. Anlässlich der Scheckübergabe besuchte Dirk Rahn, Geschäftsführer Operations von Hermes Germany, die neue Zentrale in der Großen Elbstraße in Altona und verschaffte sich einen Einblick in die Arbeit von Hanseatic Help.

Über 3,5 Millionen Spenden ausgegeben

Was spontan als Kleiderkammer begann, ist inzwischen eine ehrenamtlich arbeitende Organisation für Soziallogistik, die effizient und pragmatisch Hilfe leistet. Das Prinzip seit der ersten Stunde: Nicht lange zögern, nicht nach Problemen, sondern nach Lösungen suchen. Einfach Machen. Die Zahlen sind beeindruckend: 150 Unterkünfte und Organisationen werden regelmäßig mit Sachspenden beliefert. Mehr als 3,5 Millionen einzelne Spenden wurden bereits ausgegeben. Der Großteil kommt Geflüchteten und anderen hilfsbedürftigen Menschen in Hamburg zugute.

Was nicht akut in Hamburg gebraucht wird, liefert Hanseatic Help in Kooperation mit international arbeitenden Hilfsorganisationen in globale Krisenregionen. Fast fünfzig 40-Fuß-HC-Container wurden bereits in Länder wie Irak, Syrien, Haiti, Kenia oder die Ukraine geliefert. „Hilfsbedürftigkeit definiert sich für uns nicht durch die Herkunft oder den Aufenthaltsort des einzelnen Menschen. Die Menschenwürde ist für uns ein global gültiges Gut. Wenn‘s Not tut, helfen wir also auch global“, so Vorstandsmitglied Arnd Boekhoff.

Basis für diese Leistung ist erstens ein ausdifferenziertes Sortiersystem sowie eine smarte und schnell verständliche Lagerlogistik. Im Kern sorgt ein selbstprogrammiertes Warenwirtschaftssystem dafür, dass alle Spenden registriert, strukturiert gelagert und bei Bestellung wieder ausgebucht werden. Insgesamt umfasst die Produktpalette inzwischen über 1.000 Artikel. Dazu gehören neben Kleidung und Schuhen auch viele weitere Artikel des täglichen Bedarfs: Hygieneartikel, Spielzeug, Schulbedarf, Bettwaren, Kinderwagen und vieles mehr.


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100 Prozent ehrenamtlich

Möglich wird diese Leistung zweitens vor allem durch das ungebrochene Engagement eines Kerns von etwa 40 bis 50 regelmäßigen Helfern. Was erstaunt: Hanseatic Help arbeitet bis heute zu 100 Prozent ehrenamtlich. Um die Leistung für hilfsbedürftige Menschen auch zukünftig verlässlich und effizient erbringen zu können, muss die professionelle Leistung perspektivisch auch durch professionelle Strukturen getragen werden.

Ein erster Schritt wird im Herbst mit der Beschäftigung von drei geflüchteten sowie weiteren drei in Deutschland aufgewachsenen jungen Menschen im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes eingeleitet. Zudem müssen organisatorische Kernfunktionen künftig hauptamtlich besetzt werden. Dazu wird die Spende von Hermes über 10.000 Euro einen Beitrag leisten, so Arnd Boekhoff:

„Hanseatic Help bietet einen echten, sehr konkreten Mehrwert für Hamburg und darüber hinaus. Hilfsbedürftigen Mitmenschen vermitteln wir wichtige Artikel des täglichen Bedarfs. Engagierte Mitmenschen entlasten wir durch die Übernahme zeitaufwändiger Arbeitsprozesse und die platzaufwändige Lagerung. Wir sorgen dafür, dass Millionen einzelner Sachspenden durch eine faire und bedarfsorientierte Verteilung eine nachhaltige Verwendung finden. Das wollen wir langfristig sichern und weiterentwickeln können. Doch dafür brauchen auch wir etwas Hilfe. Deswegen ist die Partnerschaft zu Hermes für uns nicht nur inhaltlich sehr naheliegend, sondern die Unterstützung mit dieser großzügigen Spende auch so wertvoll.

Herzlichen Dank, Hermes, für diese hanseatische Hilfe!

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