Hermes PaketShops Wie ein Schuhmacher den Sprung ins kalte Wasser wagte

Seit genau 20 Jahren gibt es sie, die Hermes PaketShops. Was 1999 als Projekt mit 1.000 Standorten startete, ist in den letzten beiden Jahrzehnten auf ein Netz von rund 16.000 Shops in Deutschland angewachsen. Hinter jedem einzelnen stehen besondere Menschen – wie Dirk Brolowski, PaketShop-Betreiber aus Castrop-Rauxel.

PaketShop-Betreiber Dirk Brolowski vor seinem Fanladen City in Castrop-Rauxel. (Foto: Hermes / Willing-Holtz)

Rund 16.000 PaketShops betreibt Hermes allein in Deutschland. An vielen Orten sind sie zu finden – darunter Getränkemärkte, Papeterien und Tankstellen. Aber auch in den Geschäftsräumen eines Schuhmachers aus Castrop-Rauxel, der ein besonderes Faible für seine Heimat, den Ruhrpott, hat.


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Dirk Brolowski kennt sein Quartier. In Ickern, dem größten Stadtteil von Castrop-Rauxel, betreibt der 52-Jährige sein kleines Geschäft „Fanladen City“. Dort können sich Kunden Schlüssel anfertigen und Schuhe reparieren lassen. Doch nicht nur das: Auch Ruhrpott-Souvenirs hat der Handwerker im Angebot – passend zu der Gegend, aus der er stammt. Der Start seines Ladens war allerdings eher aus einer Not heraus geboren.

Dirk Brolowski bei der Arbeit. (Foto: Hermes / Willing-Holtz)

Von jetzt auf gleich musste Brolowski 2009 sein Geschäft, das er 20 Jahre lang in einem Kaufhaus betrieben hatte, aufgeben. Das Einkaufscenter wurde geschlossen, also stand auch der Castroper vor dem Aus. Nur vier Wochen hatte er Zeit, um sein Inventar aus dem Gebäude zu holen und neue Räume zu finden. An der Ickerner Straße 54 wurde er fündig – auch, weil er seine Ohren im Viertel gespitzt hatte. Damals habe er nicht lange Zeit gehabt, um über den nächsten Schritt nachzudenken, sondern wagte „den Sprung ins kalte Wasser“, wie Brolowski heute sagt. „In das Kaufhaus kamen die Leute ja auch so, aber hier muss ich selbst sehen, wie ich Kunden gewinne“, beschreibt er die Situation.

Brolowski hatte auch schon eine „Glück auf“-Klobrille im Sortiment

Die Aussicht auf neue Kunden war einer der Gründe, warum er sich dazu entschloss, einen Hermes PaketShop in seinem Geschäft zu betreiben. 2011 bot sich die passende Möglichkeit, und Dirk Brolowski ergriff sie. Neben einigen Stammkunden kommen jetzt auch immer wieder neue Gesichter in seinen Laden, um Pakete aufzugeben oder abzuholen. Davon profitieren auch die anderen Zweige seines Geschäfts. „Der ein oder andere PaketShop-Kunde lässt sich noch einen Schlüssel machen oder nimmt ein Souvenir mit“, so Brolowski. Und davon gibt es in seinem Laden jede Menge.

Von Ruhrpott-Taschen reicht das Angebot über Castrop-Rauxel-Shirts bis hin zu Schneekugeln mit Zechentürmen. Dass Brolowski die Region liebt, aus der er stammt, lässt sich dabei kaum verbergen. Selbst eine Klobrille mit Schlägel und Eisen, den Symbolen des Bergbaus, und dem Schriftzug „Glück auf!“ hatte er einmal im Angebot. Und auch die fand eine glückliche Abnehmerin.

Neben seinem Souvenir-Shop, dem Schlüsseldienst und den Aufgaben als Schuhmacher fertigt Dirk Brolowski zusätzlich zahlreiche Pakete und Päckchen im PaketShop ab – und staunt manchmal über die Ausmaße der Sendungen. Vor Kurzem brachte der Hermes-Bote ein stattliches Paket zur Tür herein. „Da stand dann auf einmal ein 50-Zoll-Fernseher in meinem Laden“, erzählt er. „Vier mehr davon und mein 50-Quadratmeter-Geschäft wäre voll gewesen“, lacht Brolowski. Obwohl er wegen der Ausmaße nicht gemusst hätte, so das Ruhrpott-Original, nahm er das Paket trotzdem an – auch weil er den Empfänger persönlich kannte.

In Brolowskis Fanladen City kennt man sich

Das Sortiment in Brolowskis Fanladen City reicht von Kleidung über Taschen bis hin zu Schneekugeln – allesamt im Ruhrpott-Look. (Foto: Hermes / Willing-Holtz)

Das Vertrauen spüren seine Kunden an verschiedenen Stellen. Einer älteren Stammkundin half er schon mal mit handwerklichen Tätigkeiten in der Wohnung aus, als Not am Mann war. Um reparierte Schuhe abzuholen, braucht man bei Brolowski keine Zettel. Er erinnert sich daran, welcher Schuh zu welchem Kunden gehört. Auch, wenn die Aufträge in letzter Zeit leider zurückgehen. Deswegen sei es wichtig, sich breit aufzustellen, sagt der Castroper. „Das war natürlich auch ein Grund, den Hermes PaketShop zu übernehmen.“

Im Gegensatz zur Schuhmacherei brumme das Geschäft mit den Souvenirs. „Die Ickerner Taschen und Castrop-T-Shirts gehen am besten. Die habe ich schon drei Mal nachfertigen lassen“, so Brolowski. Und auch immer neue Artikel finden sich im Sortiment des Handwerkers. Ob aber noch einmal eine Klobrille im Angebot sein wird, kann Brolowski nicht mit Sicherheit sagen. Dass es der richtige Schritt war, ein Hermes PaketShop zu werden, dagegen schon.

Auch in der diesjährigen Weihnachtszeit wird in Brolowskis Laden wieder besonders viel Betrieb herrschen, wenn Geschenke versendet oder abgeholt werden. Und vielleicht landet ja auch eines seiner Ruhrpott-Souvenirs in einem der Päckchen, die der Castroper abfertigen wird. Brolowski würde es freuen.


Infografik: 20 Jahre Hermes PaketShops

Infografik: 20 Jahre Hermes PaketShops

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