Zusteller von Hermes an der Haustür. (Foto: Hermes)

Paketzusteller am G20-Gipfel: „Am besten entspannt bleiben“

Alireza Ghamieh ist seit zehn Jahren als Paketzusteller für Hermes tätig – und auch während des G20-Gipfels am 7. und 8. Juli in Hamburg im Einsatz. Im Interview spricht er über die Herausforderungen bei der Paketzustellung, etwaige Notfallplän und wie die Pakete nach dem Gipfel schnell ihre Empfänger erreichen.

Artikel teilen auf


Lesen Sie auch: Interviews mit dem Polizeipressesprecher Ulf Wundrack und mit Daniel Petersen aus dem Hermes Depot Hamburg.


Herr Ghamieh, worin sehen Sie die größte Herausforderung beim G20-Gipfel?

Alireza Ghamieh: Die größte Herausforderung stellen aus unserer Sicht die Straßensperren, der viele Verkehr und die Kontrollen an den Durchlass-/Kontrollstellen dar. Alle Zusteller müssen sich beim Betreten der Sicherheitszonen ausweisen, um innerhalb der Zonen ausliefern zu können.

Notfallpläne bei Protesten

Wie lange wurden Sie intern vorbereitet? Haben Sie schon mal eine vergleichbare Situation in Hamburg erlebt?

Alireza Ghamieh: Eine vergleichbare Situation habe ich bisher noch nicht erlebt. Wir wurden im Vorfeld des Gipfels umfassend über die Sicherheitszonen und Kontrollpunkte für unsere Arbeitsabläufe informiert, die Informationen über das Sperrgebiet wurden uns von der Polizei durchgegeben. Den Ausweisprozess an den Durchlassstellen haben wir direkt mit der Polizei besprochen.

Mit wie vielen Kollegen sind Sie während des G20-Gipfels im Einsatz? Sind es mehr als sonst?

Alireza Ghamieh: Während des G20-Gipfels sind es genau so viele Zusteller wie sonst auch. Nach dem Gipfel allerdings werden je nach Lage eventuell mehr Zusteller im Einsatz sein, um liegengebliebene Sendungen schnell zustellen zu können.

Gibt es einen Notfallplan?

Alireza Ghamieh: Sollte die Situation in der Stadt zu brenzlig werden, etwa durch eskalierende Proteste oder dergleichen, haben alle Zusteller die Anweisung bekommen, sofort ins Depot zurückzukehren. Sicherheit geht vor.

Verzögerungen minimieren

Welche Ausweichrouten stehen Ihnen zur Verfügung?

Alireza Ghamieh: Ausweichrouten als solche gibt es für uns als Zusteller nicht, die Anwohner wohnen ja immer noch am gleichen Ort. Wir müssen also schauen, dass wir auf den bestehenden Wegen und Routen trotz Gipfel bestmöglich unterwegs sind.

Mit welcher Verzögerungszeit rechnen Sie hinsichtlich der Paketzustellung?

Alireza Ghamieh: Es kann je nach Wohnort und aktueller Entwicklung der Lage mit bis zu vier Tagen Verzögerung gerechnet werden. Durch zusätzliche Unterstützung in der Zeit nach dem G20-Gipfel hoffen wir, die Verzögerungen auf ein Minimum reduzieren zu können. Und: Nicht jeder Hamburger Stadtteil muss gleichermaßen von Verzögerungen betroffen sein.

Was empfehlen Sie Kunden, die innerhalb der Sicherheitszone wohnen?

Alireza Ghamieh: Wenn möglich, sollten Onlinebestellungen rund um den Gipfel reduziert oder auf die Zeit danach verschoben werden – dann hat sich die Situation in Hamburg wieder normalisiert.

Haben Sie noch einen letzten Tipp?

Alireza Ghamieh: Am besten entspannt bleiben, Hamburg bekommt das schon hin.

Danke für das Gespräch!