Podcast „Lieferzeit“ Trendforscher Peter Wippermann: „Ich glaube, dass der Zustellroboter kommen wird“

Zum 50-jährigen Jubiläum von Hermes blickt „Lieferzeit. Der Logistik-Podcast“ in die Zukunft: Wie werden wir in 20 Jahren leben und arbeiten und welche Rolle wird die (Paket-)Logistik spielen? Ein Gespräch mit Prof. Peter Wippermann.

(Foto: m.mphoto/stock.adobe.com)

In der neuen Folge von „Lieferzeit. Der Logistik-Podcast“ trifft Moderator David Siems anlässlich des 50. Geburtstags von Hermes auf den Trend- und Zukunftsforscher Prof. Peter Wippermann. Der 72-Jährige gründete 1992 das Trendbüro und gehört seitdem zu den bekanntesten Experten auf dem Gebiet der Gesellschaftsanalysen und Trendforschung. Im Podcast geht es um die Zukunft der Paketzustellung, neue digitale Arbeitswelten, Zustellroboter, die großen Herausforderungen der Logistik und die Frage, wie boomender E-Commerce und Logistik zukünftig gemeinsam und harmonisch organisiert werden können.

Von Digitalisierung und Individualisierung

Steigende Sendungsmengen sind seit Jahren eine der größten Herausforderungen in der Paketlogistik. Alljährlich werden neue Rekordzahlen vermeldet: Laut Bundesverband für Paket- und Expresslogistik BIEK wurden 2020 knapp vier Milliarden Kurier- und Expresssendungen verschickt. Die KEP-Branche muss auf die Rekordmengen reagieren und sie managen. In der Branche werden Big Data, Algorithmen und Forecasts immer wichtiger, um Resilienz zu entwickeln und die kommenden Monate vorauszusehen.

Prof. Peter Wippermann (Foto: Trendbüro)

Peter Wippermann beobachtet unter anderem gesellschaftliche Megatrends, Entwicklungen und Veränderungen, die sich auch im Bestellverhalten der Menschen 2022 widerspiegeln. In der neuen „Lieferzeit“-Folge mit dem Titel „Wie sieht die Logistik der Zukunft aus, Herr Wippermann?“ beschäftigt sich der Experte mit vielen aktuellen Fragen der Branche. Darunter auch, ob sich zukünftige Ereignisse besser vorhersagen lassen: „Man kann die Zukunft überhaupt nicht vorhersagen, aber man kann große Veränderungen beobachten. Schwarze Schwäne oder überraschende Beschleunigungen von Ereignissen wie damals die Finanzkrise oder die Pandemie verändern unsere Gesellschaft in die Richtung, dass es schneller geht oder langsamer. Wenn wir uns die Pandemie und ihre Folgen angucken, ist eigentlich das Thema Individualisierung der Arbeitswelt die große Herausforderung, was uns begegnet. Individualisierung ist ein absoluter Megatrend“, sagt Peter Wippermann.

Digitale Prozesse greifen in der Lieferkette überall ineinander

Die sukzessive Umstellung und Erweiterung auf digitale Prozesse gehört zu einer der größten Herausforderungen in der Logistikbranche. Während die Paketübergabe von Zusteller*innen an Empfänger*innen immer noch ein weitgehend analoger Prozess ist, stecken dahinter unzählige digitale Schritte. Online-Bestellung, digitaler Paketschein und Benachrichtigungskarte, Forecast per Big Data oder intelligente Tourenplanung: An nahezu jedem Punkt der Customer Journey und des Bestellprozesses greifen digitale Anwendungen ineinander, um eine effiziente Zustellung zu ermöglichen.

Kommt in Zukunft auch irgendwann der Zustellroboter, um das Paket zu übergeben? „Ich glaube, dass er kommen wird. Man muss ein bisschen in andere Branchen gucken, vor allem in die Militärbranche. Wenn man sieht, wie Drohnen und Roboter mittlerweile eingesetzt werden, zum Beispiel auf dem Mars, aber auch teilweise in simulierten Kämpfen, weiß man, da braut sich was zusammen, was irgendwann den Alltag bei uns verändern wird“, so Peter Wippermann.

Vom Auto zum Rad: Weiterentwicklung von Städten

In der aktuellen „Lieferzeit“-Folge geht es ebenfalls um weitere Trends, die in den vergangenen Jahren in der Logistikbranche zu erkennen waren. In urbanen Gebieten und auf der letzten Meile experimentiert die KEP-Branche mit verschiedenen Konzepten: E-Cargobikes im Zusammenspiel mit Mikrodepots, E-Transporter für weniger CO2-Emission oder autofreie Innenstädte sind nur drei Beispiele für einen veränderten Alltag. Eine Entwicklung, die auch Peter Wippermann genau beobachtet hat: „Wir erleben eine Renaissance der Fahrräder, sie haben in den letzten Jahren eine große Relevanz gehabt. Wenn man diese Entwicklung weiter beobachten will, muss man einfach davon ausgehen, dass sich vor allem die Städte neu strukturieren. Das heißt, die autogerechte Stadt, die es ja auch mal gab, ist nicht nur Vergangenheit, sondern die Menschen werden in den Mittelpunkt gestellt – und dadurch entstehen neue Infrastrukturen.


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