Bilanz 2019/20 Hermes Gruppe weiterhin auf Erfolgskurs: Umsatz steigt um 9,0 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro

Im Geschäftsjahr 2019/20 steigerte die Hermes Gruppe ihren Umsatz um 9,0 Prozent auf 3,5 Milliarden EUR und baute ihre Position als starke Nummer 2 in den größten europäischen KEP-Märkten weiter aus. Im Segment Zwei-Mann-Handling bleibt Hermes in Deutschland und Frankreich Nummer 1.

Ein Hermes Logistik-Center (Foto: Hermes / Willing-Holtz)

Die Hermes Gruppe schreibt ihre Erfolgsgeschichte fort und ist im Geschäftsjahr 2019/20, das am 29. Februar endete, erneut profitabel gewachsen: Der auf das B2C- und C2C-Segment spezialisierte Handels- und Logistikdienstleister steigerte seinen Umsatz auf vergleichbarer Basis (währungskursbereinigt) konsolidiert um 9,0 Prozent auf 3,5 Milliarden EUR. Damit baute Hermes seine Position als starke Nummer 2 in den drei größten europäischen KEP-Märkten Deutschland, Großbritannien und Frankreich weiter aus. Im Segment Zwei-Mann-Handling vergrößert Hermes in Deutschland und Frankreich seinen Marktvorsprung. Weltweit beschäftigt Hermes 15.563 Mitarbeiter*innen, davon 10.204 (FTE) allein in Deutschland. Der Auftakt des neuen Geschäftsjahres ist von der Corona-Pandemie geprägt. Nach anfänglichen Rückgängen stiegen bei der Hermes Germany die Sendungsmengen um rund 40 Prozent – bei gleichbleibend hoher Zustellqualität.

Kay Schiebur, Vorstand Otto Group Services und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Hermes Europe (Foto: Otto Group)

„Es ist der Hermes Gruppe 2019 erneut gelungen, in einem hochdynamischen, wettbewerbsintensiven Marktumfeld umsatz- und mengenseitig überproportional zu wachsen. Besonders erfreulich ist, dass es im Hinblick auf die Ergebnisentwicklung eines der stärksten Geschäftsjahre der Hermes Geschichte war. Maßgeblich für diese Erfolge waren die fortgesetzten Investitionen in ein engmaschiges Netz moderner Standorte und in neue Technologien. Zudem haben innovative und kundenzentrierte Lösungen auf der Letzten Meile dazu beigetragen, weitere Wachstumspotenziale zu erschließen. Als Logistikpartner zahlreicher großer Onlineshops und Multi-Channel-Händler partizipierte Hermes damit weiterhin an der positiven Entwicklung im weltweiten E-Commerce. Auch im grenzüberschreitenden Geschäft, insbesondere aus China und den USA, erzielt die Unternehmensgruppe profitable Mengen- und Umsatzzugewinne“, erläutert Kay Schiebur, Vorstand Otto Group Services und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Hermes Europe.

So konnten die Hermes Gesellschaften ihre Kundenbasis deutlich verbreitern und zahlreiche namhafte Neukunden aus den Top 100 des E-Commerce gewinnen. Und auch bei Auftraggeber*innen mit geringeren Sendungsmengen (1.000 bis 50.000 Sendungen p.a.) etabliert sich Hermes z. B. mit seinem ProfiPaketService immer mehr als Lösungsanbieter. Dieses Segment ist in Deutschland um ca. 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Insgesamt transportierte die Hermes Gruppe 2019/20 die Rekordmenge von 928 Millionen Sendungen. Besonders deutliche Zuwächse verzeichnete Hermes in Frankreich, wo Mondial Relay ein Mengenplus von 51 Prozent erreichte.

„Die positive Geschäftsentwicklung darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Branche unter einem erheblichen strukturellen Preis- und Kostendruck steht. Insofern bleiben die nachhaltige Preisgestaltung mit den geschäftlichen Auftraggebern und weitere Innovationsschübe für die Letzte Meile eine wesentliche Herausforderung“, so Schiebur weiter.


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Auswirkungen der Corona-Krise

Der Start in das neue Geschäftsjahr ist für die gesamte Hermes Gruppe deutlich von der Corona-Pandemie geprägt, wobei die Auswirkungen auf die Geschäftslage der einzelnen Landesgesellschaften aufgrund der jeweiligen nationalen behördlichen Corona-Schutzmaßnahmen divergieren. So schloss Hermes in Frankreich wegen der Covid-19-Erlässe der Regierung nahezu sein gesamtes PaketShop-Netzwerk – mit entsprechend negativen Auswirkungen auf Sendungsvolumen und Umsatzentwicklungen. Mit den nun stattfindenden Lockerungen fährt Mondial Relay seit dieser Woche seine Aktivitäten wieder hoch. In Großbritannien erweist sich das Geschäftsmodell auch während der Corona-Krise als nachhaltig stabil und verzeichnet ein hohes Mengenwachstum. Bei der Hermes Germany waren die vergangenen Monate von erheblichen Mengenschwankungen geprägt. Im März gingen die Sendungsmengen zunächst zurück, bevor sie ab April um rund 40 Prozent gegenüber der ursprünglichen Planung anstiegen und damit auf Vorweihnachtsniveau liegen. Trotz dieser rasanten Entwicklung werden bundesweit über 90 Prozent aller Sendungen durchgängig am nächsten Tag zugestellt, was einem Qualitätswert entspricht, wie er auch in Vor-Corona-Zeiten erreicht wurde. „Mit dem massiven Ausbau ihrer logistischen Infrastruktur hat die Hermes Germany ein leistungsstarkes und flexibles Netzwerk, sodass Händler sowie Endkund*innen sich auch in dieser Krisensituation auf eine uneingeschränkt hohe Zustellqualität verlassen können. Die Corona-Pandemie ist eine nie dagewesene Belastungsprobe und fordert Gesellschaft, Politik und Unternehmen. Gleichzeitig zeigt sich jetzt mit Blick auf die Paketdienstleistung einmal mehr, wie elementar ein funktionierender Wettbewerb im Markt und damit einhergehende Wahlmöglichkeiten für die Kund*innen sind“, resümiert Kay Schiebur.

Inwieweit sich die Corona-Pandemie auf die diesjährige Geschäftsentwicklung der international ausgerichteten Hermes Gruppe auswirken wird, lässt sich derzeit aus Sicht des Managements der Unternehmen und des Aufsichtsrats nicht seriös prognostizieren. Die mittel- und langfristigen Folgen einer sich weltweit deutlich abkühlenden Konjunktur auf das Konsumverhalten der Menschen sind nicht absehbar. „Die Hermes Gruppe ist gut aufgestellt und ergreift alle gesundheitlichen, operativen und budgetären Maßnahmen, um gemeinsam mit ihren Mitarbeiter*innen die Krise erfolgreich zu bewältigen“, erläutert Kay Schiebur.

Investitionen in ein stabiles Netzwerk

Im abgeschlossenen Geschäftsjahr richtete sich die Hermes Gruppe mit Investitionen von mehr als 100 Millionen EUR zukunftsgerichtet aus. Insgesamt transportierte Hermes 928 Millionen Sendungen. Dabei gilt: kundennah, flexibel und ökologisch. Herzstück dieses Leistungsversprechens ist ein gut aufgestelltes Logistiknetzwerk.

Im September 2019 eröffnete die Hermes Germany ein neues Verteilzentrum am Flughafen Münster/Osnabrück. Außerdem entsteht in der Nähe von Bremen ein weiterer Standort, der voraussichtlich im Oktober 2020 in Betrieb gehen wird. Erst kürzlich, am 24. März, öffnete zudem ein neues Logistikzentrum für Möbel und Großstücke im fränkischen Ansbach seine Tore. Das Warehouse der Hermes Fulfilment und die direkt angeschlossene Hauptumschlagbasis des Hermes Einrichtungs Service wurde gemeinsam mit OTTO geplant und mit ECE Projektmanagement umgesetzt.

Die Hermes Gruppe im Geschäftsjahr 2019/20
Die Hermes Gruppe im Geschäftsjahr 2019/20

In Frankreich hat Mondial Relay seine Kapazitäten erweitert und plangerecht zum Black Friday, dem sendungsreichen Start in die Peak-Saison, ein neues Logistik-Hub in Lyon in Betrieb genommen. Täglich können dort bis zu 200.000 Sendungen verarbeitet werden.

In Großbritannien entsteht bis 2022 das größte Verteilzentrum Europas: Hermes UK investiert rund 69 Millionen EUR in den Bau eines Hochleistungsstandorts in Barnsley. Zukünftig können dort 1,3 Millionen Sendungen täglich abgewickelt werden.

Nachhaltige und smarte Innenstadtlogistik

Ganz im Zeichen des Otto Group Ziels, bis 2030 klimaneutral zu werden, treibt Hermes als Tochtergesellschaft den Ausbau alternativer Antriebe weiter voran. Hermes UK zum Beispiel hat seine Fahrzeugflotte in London bereits zu 100 Prozent auf E-Fahrzeuge umgestellt. Darüber hinaus steht die Erprobung nachhaltiger Zustellkonzepte weiterhin im Fokus – von der Belieferung per Straßenbahn in Frankfurt über ein mobiles Mikrohub am Alstertal-Einkaufszentrum in Hamburg, von dem Sendungen mit dem Lastenrad abgeholt und zugestellt werden, bis hin zu Abhol- bzw. Abgabestationen.

So hat Hermes Germany gemeinsam mit namhaften Kooperationspartnern ein Pilotprojekt für Paketstationen an S- und U-Bahnen in Hamburg initiiert: Mit der Hamburg Box können Kund*innen entlang ihrer täglichen Wege Sendungen empfangen. Im Gegensatz zu anderen Paketstationen im Markt ist die Hamburg Box anbieterneutral und steht allen Paket- und Lieferdiensten zur Verfügung.

Auch in Frankreich und Großbritannien gewinnen Lockerstationen an Bedeutung. So plant Hermes in Frankreich, insgesamt 400 sogenannte „Drop Boxes“ für die Paketabgabe zu installieren. Und in Großbritannien hat Hermes 2019 sein Logistiknetzwerk erstmals durch 800 „Lockerstations“ erweitert. Damit ist Hermes in Großbritannien der erste Paketdienst, der ein kombiniertes Serviceportfolio aus Haustürzustellung, PaketShop sowie Lockerstation anbietet.

Als weiteres innovatives Zustellkonzept vergütet Hermes in Deutschland mit „Paketfuxx“ erstmals die Nachbarschaftsabgabe. Im Rahmen des Pilotprojekts testet das Unternehmen, ob eine neue Form kundenfreundlicher Konsolidierungspunkte etabliert werden kann. Zudem gewinnt der PaketShop als alternative Zustelladresse weiter an Bedeutung. Mit insgesamt 44.600 PaketShops verfügt Hermes über das größte PaketShop-Netz in Europa. Die Zahl der Shops in Deutschlands stieg auf über 16.000 und soll auch in diesem Jahr sukzessive erweitert werden.

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